Erfolgreichster Zirkus der Welt ist ins Wasser gefallen - Cirque du Soleil eröffnete zweite ständige Phantasieshow in Las Vegas

Las Vegas (ADN). Der erfolgreichste Zirkus der Welt ist ins Wasser gefallen. Um genau zu sein, in sieben Millionen Liter Wasser. Der kanadische «Cirque du Soleil» hat zur Eröffnung des neuen Hotel- und Kasinokomplex «Bellagio» Mitte Oktober in der Glückspielstadt Las Vegas die Manege gegen eine riesige Poollandschaft eingetauscht. Das Wasserspektakel heißt einfach nur «O», das gleichzeitig wie das französische Wort für Wasser («eau») klingt. 75 Darsteller aus aller Welt führen es im brandneuen Theater auf, das nur für die Produktion entworfen wurde und für die nächsten Jahre ihre Heimstätte bleibt.

Cirque du Soleil wurde vor vierzehn Jahren in Quebec gegründet. Seit 1984 haben über 17 Millionen Menschen weltweit eine der Shows gesehen. Vier laufen gegenwärtig gleichzeitig auf zwei Kontinenten: «Alegría» tourt durch Europa, «Quidam» durch Nordamerika, «Mystère» wird ständig im Treasure Island Hotel Las Vegas gezeigt, «O» nur ein paar Blocks entfernt im Bellagio. Zwei weitere Shows werden im Laufe des Jahres anlaufen: eine ständige in Walt Disney World bei Orlando, Florida, mit voraussichtlicher Premiere im Dezember. Und schließlich wird «Saltimbanco» im Herbst eine dreijährige Tournee durch Asien und den pazifischen Raum starten. An einem ganz normalen Wochenende sehen rund 30.000 Menschen eine der Shows von Cirque du Soleil.

Traumkostüme wie aus einem Gemälde von Hieronymus Bosch, eine zehn Meter hohe Schnecke, riesige Trommeln und esoterische Gesänge entführen den Zuschauer im «Mystère» in eine phantastische Welt. Dazwischen versuchen die Artisten eine Geschichte zu erzählen und lassen alles bisher bekannte vom Zirkus vergessen. «Die Künstler und Mitarbeiter von Cirque du Soleil haben sich einem einzigen Vorsatz verschrieben: verstaubte Ideen und vorgefaßte Meinungen zu überwinden», sagt Präsident Guy Laliberté. Er spricht von der «Erschaffung einer unirdischen Welt - einer Welt der geistigen Kräfte». Mit dem Spektakel besann man sich auf eine uralte Form der Publikumsunterhaltung, die noch bis vor das Mittelalter zurückging, und beschloß, diesen Aufführungsstil zu erneuern.

Was als kleine Gruppe reisender Darsteller begann, die ihr bescheidenes Zirkus-Brimborium von Stadt zu Stadt karrten, ist heute eine Organisation mit fast 1.700 Angestellten in aller Welt, und zur Jahrtausendwende sollen es 2.000 sein. Gründungspräsident Laliberté führt die Organisation gemeinsam mit seinem «Komplizen» aus den Anfangstagen, Mitpräsident Daniel Gauthier. Unterstützt durch ein solides Managementteam, jonglieren die Führungskräfte mit beeindruckenden Umsätzen von 150 Millionen Dollar. Diese Zahl wird sich voraussichtlich im Laufe des Jahres 1998 auf 300 Millionen Dollar (rund 500 Millionen DM) verdoppeln.

Cirque du Soleil wird überall, wo er hinkommt, gefeiert und geehrt. Gleichzeitig sind die verschiedenen Firmen, der Gruppe im audiovisuellen Bereich, mit Plattenaufnahmen, Merchandising und Kartenverkauf, der 85 Prozent der Einnahmen ausmacht, aktiv. Sie bauen sogar Theater und ganze Gebäudekomplexe für die darstellenden Künste. «Man kann tatsächlich sagen, daß Cirque mittlerweile zu einem der größten Kultur-Unternehmen in Nordamerika aufgestiegen ist», meint Gauthier.

Vom 12. November bis 29. November 1998 gastiert der Zirkus auf dem Festplatz am Ratsweg in Frankfurt am Main. Karten gibt es telefonisch unter der Nummer 01805 260 500 sowie an allen anderen bekannten Vorverkaufsverstellen in der Region. Informationen zu den weltweiten Shows und den Dauerbrennern in Las Vegas gibt es im Internet auch in deutscher Sprache unter
www.cirquedusoleil.com.

toa/clp
ADN5001 28. Oktober 1998 09:54 Uhr

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