Billige Feuerzeuge für Rumänen und Tabuthema Diät in der Schweiz - Amerikanische Zeitschrift gibt via Internet Tips für
Weltreisende
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New York (ADN). Wer
keine Scheu vor großen Fettnäpfchen hat, kann die preiswertesten Reisesouvenirs in Asien und Arabien finden. Lobt man in bestimmten Ländern persönliche Gegenstände der Gastgeber über Gebühr, fühlen sich diese verpflichtet, einem die Sachen
als Präsent zu überlassen. Thailand, Marokko und die Golfstaaten führt die amerikanische Reisezeitschrift «Travel Epicurious» (Reisegenießer) mit diesen netten Bräuchen auf. In der Rubrik «Do's and Taboos» (Erlaubtes und Tabus) sind die
Besonderheiten fast aller Länder der Erde aufgeführt und werden im Internet unter der Adresse http://travel.epicurious.com/travel/d_play/08_taboos/intro.html bekanntgemacht. Eigene Erfahrungen können die Leser auch angeben.
Wie wäre es mit einem schnellen Fehltritt beim Zwischenstopp in Hong Kong? Kein Problem: Eine Uhr als Gastgeschenk könnte als Todessymbol aufgefaßt werden und Scheren oder andere scharfe Objekte wie kunstvolle Taschenmesser als
Trennungssymbol für die Freundschaft. Kekse seien für die Gastgeberin angenmessener, meinen die amerikanischen Reisenden. Nicht viel einfacher ist die Sache mit den Geschenken in Japan. Bekommt man etwas angeboten, sollte man höflich
danken und noch zwei weitere Aufforderungen abwarten, bevor das gute Stück mitgenommen werden darf.
In Korea wiederum gilt lautes Lachen als unhöflich und während sich die Männer zur Begrüßung die Hände geben, sind Frauen von der
Sitte ausgeschlossen. Pünktlichkeit steht für Koreaner nicht im Mittelpunkt des Lebens, rechtzeitiges Erscheinen wird von westlichen Besuchern aber erwartet. Jede Diskussion über Sozialismus, Kommunismus, Innenpolitik oder Regierungskritik
gehört zu den Tabus. In Thailand wiederum werden hochgewachsene Europäer Probleme mit der Höflichkeit bekommen. Der Kopf gilt als wichtigster Punkt des Körpers und Jüngere sollten sich vor den Älteren etwas kleiner machen, damit diese auf
sie herabsehen können. Berührt werden sollte ein fremder Kopf niemals - auch nicht bei Kindern.
Vorsicht ist auch in arabischen Ländern geboten. Gespräche über den Hund zu Hause sind zu unterlassen - der Hund gilt in Arabien als
unreines Tier. Die Hand der Ehefrau des Gastgebers zu schütteln gehört sich ebenfalls nicht - es sei denn, sie ergreift die Initiative. «Was sie ohne Zweifel nicht tun wird», meinen die Reiseprofis. Religion und Politik werden nicht
ausdiskutiert. Sicherer sind Loblieder auf die Entwicklung des besuchten Landes. Aber auch angenehme Seiten bieten sich hier: «Seien sie nicht alarmiert, wenn ein Geschäftsmann ihre Hand beim Spazierengehen hält - er drückt damit nur seine
Freundschaft aus.»
Und welche Tips hat der Amerikaner für Europa? Kaugummikauen, Sprechen mit den Händen in den Taschen und Füße auf den Tisch legen gelten auf dem Kontinent als Kardinalsünden, wird vor einer Reise gewarnt. Frauen
tragen auf Arbeit und im besseren Restaurant angeblich keine enganliegenden Hosen. Der Händedruck ist schwächer als in den USA. In Deutschland spricht man am besten über die Landschaft und Sport. Österreicher mit ihrem «eigenen Charakter»
fühlen sich beim Vergleich mit Deutschland beleidigt und für Italienier ist Pünklichkeit ein Fremdwort.
Weiter im Süden Europas geht es dann schon wieder um Geschenke. Für Rumänien empfiehlt «Travel Epicurious» beispielsweise
Werbekugelschreiber mit buntem Aufdruck oder Feuerzeuge «der billigen Art». Der wahrscheinlich beste Tip kommt aber für die reiche Schweiz: «Vermeiden sie in jedem Fall Gespräche über Gewichtskontrolle und Diät, vor allem beim Essen.»
toa/tba
ADN5001 18. August 1998 10:25 Uhr






















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