Das unerwartete Orlando in Museen und Kunstgalerien
Jubiläum: vor 90 Jahren wurde e-Commerce in Orlando erfunden
Elektronischer Handel ist für die Einwohner von Orlando ein alter Hut. Was heute die Aktienbörsen als e-Commerce mit traumhaften Gewinnen feiern, hat Carl H. Galloway schon vor 90 Jahren in Zentralflorida/USA eingeführt. Trotzdem kennt den Pionier des e-Commerce kein Mitarbeiter im Wirtschaftsteil der Zeitungen. Das soll sich ändern. Die Maitland Historical Society betreibt in Maitland/Orlando drei Museen, von denen sich das Telephone Museum auch dem zu unrecht vergessenen Mr. Galloway widmet. Die Ausstellung ist Teil des “unexpected Orlando” - des unerwarteten Orlando. Die Hauptstadt der Themenparks bietet neben Achterbahnen und Traumwelten eben noch viel mehr Sehenswürdigkeiten.
Mr. Galloway hat den Lebensmittel-Laden seines Vaters an das Datennetz angeschlossen. Genau genommen, hat er dieses Netz erst aufgebaut. Um die Umsätze in dem bescheidenen Geschäft anzukurbeln, wurden die Kunden mit Telefonen verkabelt. Damit konnten sie ihre Bestellungen ganz bequem von zu Hause aus durchgeben. Mr. Galloway hat mit dem modernen e-Commerce zwar so viel zu tun wie eine mittelalterliche Reisekutsche mit einem modernen Sportwagen, aber seine Idee führte immerhin zur Gründung der Winter Park Telephone Company. Im Museum in der 221 West Packwood Avenue ist eine umfangreiche Sammlung historischer Telefone und Erinnerungsstücke an die Pionierzeit der Telekommunikation zu bestaunen. Höhepunkt ist eine alte Verbindungsstation, in der die “Fräulein vom Amt” noch jeden Anrufer persönlich mit der gewünschten Nummer verbanden. Das Museum ist donnerstags bis sonntags von 12.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Feste Eintrittspreise gibt es nicht, dafür wird von den Besuchern eine kleine Spende erwartet.
Nicht weniger romantisch als die Telefongeschichte von Mr. Galloway sind die Ausstellungsstücke in den anderen Museen von Maitland: The Maitland Historical Museum, The Historic Waterhouse Residence Museum und The Waterhouse Carpentry Shop Museum. In der Residenz der Familie William H. Waterhouse wird die viktorianische Zeit um 1884 wieder lebendig. In der Zimmermanns-Werkstatt von Mr. Waterhouse stehen noch die Originalwerkzeuge, die die Handwerker im ausgehenden 19. Jahrhundert zum Bau der typisch amerikanischen Holzhäuser verwendeten. Das Historical Museum präsentiert die Geschichte der Kleinstadt, deren Ursprünge sich bis zu den Seminolenkriegen 1838 zurückverfolgen lassen. Damals wurde Fort Maitland an den Ufern des Fumecheliga Sees errichtet. Später kamen Siedler wegen der wunderschönen Landschaft mit ihren vielen Seen und dem milden Klima. 1872 wurden die ersten Zitronenbäume gepflanzt. Um 1880 folgten die ersten Touristen mit der neuen Eisenbahn. Bis heute ist der friedliche Flecken ein Anziehungspunkt für Ausflüge mit der ganzen Familie. Eine kleine “Zeitreise” in den liebevoll eingerichteten Museen ist dabei ein preisgünstiges Vergnügen: alle Museen erwarten nur eine kleine Spende, feste Eintrittspreise gibt es nicht.
Ganz umsonst ist der Besuch im Cornell Fine Arts Museum am Rollins College. 6.000 Kunstwerke von der Renaissance und dem Barock bis in die Neuzeit machen die Sammlung zu einer der besten Ausstellungen in Florida. Bedeutende Werke aus Europa und Amerika decken alle Sparten von Malerei bis zu Skulpturen und dekorativer Kunst ab. Vom 2. Juni bis zum 3. September zeigt das Museum eine Sonderausstellung mit dem Titel “Art of the 20th Century”. Präsentiert werden Stücke, die zwischen 1901 und 1999 entstanden sind. Geöffnet ist täglich außer montags.
Das Albin Polasek Museum and Sculpture Gardens in Winter Park widmet sich ganz dem Lebenswerk des tschecho-amerikanischen Künstlers Albin Polasek (1879 bis 1965). Polasek wanderte 1901 in die USA aus und machte hier eine steile Karriere als Bildhauer. Nach Studien in Rom und Griechenland eröffnete er sein eigenes Studio in New York. Von 1916 bis 1943 leitete Polasek die Bildhauerwerkstätten des Chicagoer Kunstinstitutes. 1949 siedelte er an den Osceola See in Winter Park/Orlando, wo er 86-jährig starb. Mehr als 200 Skulpturen und Zeichnungen des berühmten Künstlers sind heute dort zu sehen. Ein Mal im Monat findet ein Dinner in seinem Haus statt. Teilnehmen können nur 24 Gäste, die für das erlesene Abendessen und anregende Gespräche vor der Kulisse seiner Werke 50 US$ zahlen.
Für alle, die der Freizeitmetropole Orlando im sonnigen Florida einen Besuch abstatten möchten, hat das Orlando Tourism Bureau eine eigene Telefonnummer einrichten lassen, um noch umfangreicher und schneller Informationen rund um Orlando liefern zu können. Endverbraucher rufen die gebührenfreie Orlando-Hotline unter 0800-1007325 an, hinterlassen Name und Adresse, und schon ist das umfassende Orlando-Informationspaket in deutscher Sprache auf dem Weg (außerhalb Deutschlands gebührenpflichtig: +49-6027-401107). Für das “Unexpected Orlando” kann unter dieser Nummer eine englische Broschüre geordert werden.
Pressestelle Orlando Tourism Bureau
April 2000























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