Donald Trump schätzt seinen Manager aus Schwaben - Ohne deutsche Direktoren gibt es kein Luxusleben in amerikanischen Top-Hotels

New York (ADN). Ohne Direktoren aus Europa müßten die Top-Hotels in den USA dicht machen. «Mehr als zwei Drittel der Geschäftsführer in unseren US-Häusern kommt aus Europa und davon die meisten aus deutschsprachigen Ländern», lobt der Präsident der Hotelgruppe Preferred Hotels & Resorts Worldwide, Peter Cass. Und was Cass sagt, hat Gewicht. Preferred hat mit seinen anonymen und unagemeldeten Testern die härtesten Aufnahmekriterien der gesamten Branche. Wer die Kriterien nicht erfüllt, muß den Marketingverband verlassen.

Donald Trump


Kein Problem für Rudolf Tauscher, der das neue Fünf-Sterne-Haus «Trump International Hotel and Tower» am New Yorker Central Park führt. Der 40jährige wurde im beschaulichen schwäbischen Tettnang (Bodenseekreis) als Sohn einer Gastwirtsfamilie geboren. Nach der Kochlehre ging er auf gut Glück zu Brenner's Park-Hotel in Baden Baden und fragte an der Rezeption nach einem Hoteljob - der Beginn einer Traumkarriere, die ganz unten auf der Leiter begann und über Südafrika, Pforzheim und Dallas führte. Heute ist er auf Du und Du mit dem New Yorker Immobilien-Magnaten Donald Trump, dem auch das Hotel am Central Park gehört. «Eine ganz sympatische Erscheinung, die aber genau weiß, was sie will», beschreibt Tauscher seinen Chef.

Niklaus Leuenberger, sieht als Grund für den Erfolg der Europäer die Art der Ausbildung. «In Europa lernen die Leute viel mehr in der Praxis, während in den Staaten eher die Theorie überwiegt», sagt er. Leuenbergers Lehre muß gut gewesen sein. Er stammt aus einem 900-Seelen-Dorf in der Schweiz und steht heute einem der luxuriösesten Hotels New Yorks vor - dem Peninsula Hotel an der Nobelmeile Fifth Avenue, dessen 241 Zimmer im vergangenen Jahr für

Stanhope Rezeption          

45 Millionen Dollar renoviert wurden. Nach der Ausbildung in Zürich und Luzern arbeitete er in verschiedenen Schweizer Hotels. 1980 kam er ins Peninsula Manila und 1992 als General Manager nach New York.

Im nicht weniger luxuriösen «The Stanhope» gegenüber dem New Yorker Metropolitan Museum wird auf der Chefetage ebenfalls deutsch gesprochen. Die in Belgien geborene Germanistin und einstige Deutsch-Lehrerin Yvette Lienart leitet das kürzlich für 20 Millionen Dollar renovierte Haus mit 185 Suiten. Im vierten New Yorker Hotel der Preferred Gruppe, «The Lowell», führt der Franzose Patrick Leblanc die Geschäfte und herrscht über 44 Suiten und 21 Zimmer - für zwei Millionen Dollar im vergangenen Jahr aufgefrischt. Klein aber fein: Hollywoodgrößen wie Madonna steigen hier ab.

Stanhope Flur

«In Amerika mag die Ausbildung in geschäftlichen Details besser sein, während Europa mehr die Zufriedenstellung des Gastes im Auge hat», sagt Preferred-Präsident Peter Cass. Und der Gast solle bei Preferred eben an erster Stelle stehen. Wer als Durschnittsgast bei Preferred fünf Mal im Jahr für einen zweitägigen Aufenthalt je 600 Dollar ausgibt, hat sich den besonderen Service auch verdient. Insgesamt haben sich der Hotelgruppe 120 Hotels mit 27.000 Zimmern in 25 Ländern angeschlossen - dabei vier Hotels in Deutschland.

Stanhope Blick zum Museum

Weitere Häuser werden gesucht. «Fast jeden Tag ruft jemand an und will Rom buchen, aber da sind wir noch nicht vertreten», berichtet Vizepräsident Robert Cornell. In Atlanta hätte man 1997 für zehn Millionen Dollar Umsatz sorgen können. Cornell versucht mögliche Ängste der Hotels vor zu hohen Kosten für den Beitritt zu Preferred abzuwehren: «Für jeden Dollar, den uns die Hotels im vergangenen Jahr zahlten, brachten wir 7,76 Dollar Umsatz zurück.»

Weitere Informationen: Preferred Hotels & Resorts Worldwide, Reifenberger Weg 14, 61389 Schmitten, Telefon 06084-3906, Fax 06084-5512 oder im Internet unter
www.preferredhotels.com.

toa/tba
ADN5001 31. Mai 1999 10:19 Uhr

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