«Ausgestopfter Außerirdischer» für 9,95 Dollar - Im Internationalen UFO Museum Roswell muß Alien «Ralf» den Grußonkel spielen

Roswell (ADN). Die Leute in Roswell (US-Bundesstaat New Mexico) sind seltsame Besucher gewohnt. Nachdem hier 1947 ein UFO abgestürzt ist, bringt die Einwohner nichts mehr aus der Ruhe. Zwar behauptete die US-Armee, es habe sich nur um einen Wetterballon gehandelt, aber so leicht lassen sich die Rosweller tief in der Prärie nicht in die Irre führen. Die Beweise für ihre Theorie sind für jedermann mit klarem Verstand im International UFO Museum and Research Center (Museum und Forschungszentrum) auf 1.000 Quadratmetern zu sehen.
 
   Der schlagkräftigste Beweis steht gleich am Eingang des Museums: ein ein Meter hoher Außerirdischer mit ängstlichen Glubschaugen. Etwas schutzbedürftig sieht der «Alien» schon aus, gar nicht so furchterregend wie uns Hollywood immer glauben machen will. Na ja, ganz echt ist auch der nicht. Er stamme aus einer Fernsehproduktion über Roswell und solle so aussehen wie der Kapitän des UFOs, räumt das Museum auf einem Schild ein. Einen Namen hat der Gute aber schon: Ralf - Roswell Alien Life Form (Roswells fremde Lebensform).
 
   Der Roswell-Unfall ereignete sich am 3. Juli 1947. Damals entdeckte ein Schafzüchter verstreute Metallteile auf seiner Ranch. Er meldete sie dem Sheriff in Roswell, der ging zur Armee-Station, und von dort wiederum wurde am 7. Juli 1947 ein Untersuchungstrupp ausgesandt, um die Trümmer zu bergen. Offenbar beeindruckt von den Metallstücken oder einfach nur durch die Hitze des Sommers ließ Major Jesse Marcel eine erste Pressemitteilung über den Fund eines UFOs an lokale Rundfunksender ausgeben. Zwei Stunden später meldete eine landesweite Nachrichtenagentur: «Die Luftwaffe hier teilte mit, daß eine fliegende Untertasse gefunden wurde.»
 
   Der Mythos Roswell war exakt 14.26 Uhr am 7. Juli 1947 geboren und mit ihm auch Ralf, der heute den Grußonkel im Museum spielen muß. Die Armeeführung bekam es mit der Angst zu tun - Anrufe aus aller Welt blockierten die Telefone in Roswell - und ließ eine neue Pressemitteilung verbreiten, nach der die Funde nur ein abgestürzter Wetterballon waren. 1998 räumte das Pentagon ein, daß es sich um Versuche für neue Fluggeräte handelte. Geglaubt hat den Militärs aber niemand so recht. Ralf war viel zu sympathisch, um ihn auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen. Außerdem hätte Roswell dann außer vier Zufahrtsstraßen gar nichts mehr zu bieten.
 
   «Täglich kommen rund 200 Besucher ins Museum», berichtet Direktorin Deon Crosby, die Bildung als Hauptziel des Museum beschreibt. Die Gäste sehen neben einst geheimen Militärdokumenten über den Umgang mit Außerirdischen und Augenzeugenberichten über den Roswell-Unfall und andere UFO-Begegnungen auch zahlreiche Kunstwerke zum Thema Außerirdisches. Wer will, kann für 25 Dollar Jahresmitglied werden (in den USA von der Steuer absetzbar, weil das Museum gemeinnützig ist) und bekommt dann zehn Prozent Rabatt auf alle Einkäufe im Museumsshop. Eine Investition, die sich lohnt.
 
   Der Shop ist wahrscheinlich der beste Teil des Museums. Wo sonst gibt es einen «ausgestopften Außerirdischen» - unbedrohliche 31 Zentimeter groß - für 9,95 Dollar (18 DM)? Im Regal stehen auch «Space Babies in ausgewählten Farben», die man sich hinter den Rückspiegel im eigenen UFO klemmen kann. Ralf auf Tellern, Tassen, Glöckchen, T-Shirts, Schnapsgläsern und Weihnachtsornamenten oder Fußabtretern - die Außerirdischen haben alles in Besitz genommen. Da soll noch jemand behaupten, es habe keine Alien-Invasion gegeben.
 
   Weitere Informationen gibt das UFO Museum, 114 North Main Street, PO Box 2221, Roswell, NM 88202-2221, USA, Telefon 001-505-6259495, Fax 001-505-6251907. Geöffnet ist täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr.
 
toa/sas


ADN5001  16. Apr 99 10:28 Uhr

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