Weltweit einmalige Touristenattraktion unter Wasser

Lukrative Lizenz für Schatzsucher vor Bermuda

Ein Urlaub auf der schönsten Atlantikinsel – Bermuda – kann sich als Segen für die Haushaltskasse erweisen. Die Inselregierung steht einer kontrollierten Schatzsuche durchaus positiv gegenüber und hat die harten Gesetze von 1980 gelockert. Während früher alle Stücke aus den Wracks als Eigentum des Staates betrachtet wurden, dürfen sich Gruppen oder einzelne Taucher nun um eine spezielle Tauchgenehmigung bewerben und die Hälfte der gefundenen Schätze behalten. Dass eine ganze Menge zu holen ist, gilt als sicher. Nirgendwo sonst auf dem Globus sind vor der Erfindung des Radars mehr Schiffe gesunken als rund um Bermuda.

Wer als unerfahrener Tourist nicht gleich auf Schatzsuche gehen will, kann sich trotzdem ein Bild von der maritimen Vergangenheit der ältesten britischen Kolonie machen. Mehrere Tauchschulen bieten exzellente Touren zu den eindrucksvollen Wracks am nördlichsten Korallenriff der Erde an. Für Anfänger gibt es natürlich auch Vorbereitungskurse. Der Standard der Tauchanbieter liegt durchgehend auf dem hohen deutschen Niveau. Das Tourismusministerium Bermudas unterstützt die Tauchgänge mit einem Zertifikats-Programm an 18 ausgesuchten Wracks. Für jedes besuchte Wrack gibt es eine Urkunde, in der alle Details zur Geschichte sowie eine Zeichnung vom Originalzustand des Schiffes aufgeführt sind.

Unter Experten gelten die Tauchgründe vor Bermuda als einzigartig. Die Sicht im Winter wird als “kristallklar”, im November sogar als “super kristallklar” beschrieben und reicht bis zu 60 Meter. Kein Wunder, die nächste Landmasse – Amerika – liegt über 1.000 Kilometer westlich, die Karibik befindet sich sogar 1.600 Kilometer entfernt. Bermuda gilt als einer der abgelegensten und damit auch saubersten Plätze überhaupt und ist trotzdem nur sechs Stunden Flugzeit von London entfernt.

Für die Segler vergangener Zeiten war die Idylle allerdings trügerisch. Das Korallenriff ist zehn mal umfangreicher als das 57 Quadratkilometer große Bermuda in dessen Mitte. Ohne Radar und bei stürmischer See war die Berührung der felsigen Strukturen fast unabwendbar. Bis zu 1.000 Schiffe sollen in den vergangenen 500 Jahren gesunken sein, angefangen mit einem spanischen Erkundungsboot, das seit 1503 vermisst wird. 350 Wracks sind zumindest dokumentiert und immer noch über 30 sind auch für Hobby-Taucher ohne große Probleme zu erreichen. Nur knapp zehn bis maximal 26 Meter tief liegen die am meisten besuchten Wracks.

Das älteste Schiff, das die Tauchanbieter regelmäßig besuchen, sank 1661. Die Überreste der “Virginia Merchant” liegen am Südstrand vor dem Sonesta Hotel in vier bis 15 Meter Tiefe. Berühmter dürfte die “Constellation” sein, die 1943 mit 2.000 Tonnen Ladung unterging und heute in nur zehn Meter Tiefe liegt. Durch Sie wurde Peter Benchley zu seiner später verfilmten Erzählung “The Deep” angeregt. Das größte Wrack vor Bermuda ist die 150 Meter lange “Cristobal Colon”, die im Oktober 1936 sank. Für die “Transatlantica Spanish Line” fuhr sie als eines der luxuriösesten Schiffe ihrer Zeit. Alle Mitfahrenden wurden beim Untergang gerettet.

Dass vor Bermuda nicht nur Kanonen und rostige Anker zu finden sind, hat Teddy Tucker – ein Nachfahre des ersten Gouverneurs –  bewiesen. 1955 brachte er von einem Tauchgang mehrere Hundert Gold- und Silbermünzen, Goldbarren sowie ein goldenes Kreuz mit sieben Smaragden ans Tageslicht. Die Wertsachen stammten von der 1621 mit 300 Tonnen Fracht gesunkenen spanischen “San Antonio” . Allein der Wert des Kreuzes wurde vom Britischen Museum auf damals beachtliche 200.000 Dollar geschätzt. Tucker verkaufte den Schatz dennoch für nur die Hälfte an die Inselregierung. Teile davon sind heute im Bermuda Underwater Exploration Institute in Hamilton ausgestellt.

Tucker und seine Kollegen entdeckten noch eine ganze Reihe weiterer Wracks. 1980 erließ die Regierung allerdings ein Gesetz, das ihr alle Rechte an den Fundsachen zusprach. Danach wurden spektakuläre Funde seltener bekannt. Das Gesetz wurde aber nun wieder gelockert.

 

Bermuda erneut Drehort für ZDF-Produktion

 

Nach den Dreharbeiten für das Traumschiff im Frühjahr ist Erfolgsproduzent Wolfgang Rademann im September erneut zu Dreharbeiten auf Bermuda. Im Auftrag des ZDF dreht er mit der Hamburger “Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft mbH” eine Romanze mit dem Arbeitstitel “Die Traumbucht – verliebt auf Bermuda”. Der Sendetermin ist noch offen. Das Traumschiff soll am zweiten Weihnachtsfeiertag um 20.15 Uhr im ZDF Premiere haben. Auf Bermuda wurden die Dreharbeiten mit großem Interesse unterstützt, immerhin werden die Neuausstrahlungen des Klassikers von bis zu zwölf Millionen Zuschauern verfolgt. In beiden Produktionen spielt auch das luxuriöse Elbow Beach Hotel mit, das bei mehreren Veranstaltern in Deutschland, Österreich und der Schweiz gebucht werden kann.

 

Eine halbe Milliarde Mark für neues Hotelprojekt

 

Eine neue Luxusanlage soll für 250 Millionen US Dollar (530 Millionen DM) auf Bermuda errichtet werden. Die Bauarbeiten am noblen ”Tucker’s Point Club” sollen Ende 2002 beginnen, 2004 wird mit der Eröffnung gerechnet. Vorgesehen sind im Hotelbereich 108 Zimmer und Suiten, Golf – und Tennis-Club, sowie Wellness-Bereich. Jim Brown, Präsident der Rosewood Hotels and Resorts, die das neue Hotel betreiben werden, hatte sich kürzlich mit Premierministerin Jennifer Smith und Tourismusminister David Allen getroffen. Neben dem Hotel sind mehrere Privathäuser geplant. Insgesamt wird die Anlage 15 zwei- und dreigeschossige Häuser haben.

 

Weitere Höhle für Besucher eröffnet

 

Bermuda ist um eine unterirdische Attraktion reicher. Im Osten der Insel wurde die Höhle “Fantasy Cave” wieder eröffnet. Neben einem Himmel aus Tropfsteinen ist ein von den Gezeiten bestimmter See mit spezieller Beleuchtung zu bestaunen. Nicht weit von dieser Höhle befindet sich die 1907 entdeckte große “Crystal Cave” mit einem kristallklaren See sowie zwei Stalagmiten, die über eine Million Jahre alt sind.

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