Atlantische Trauminsel behandelt Bermuda-Shorts in politischer Debatte
Neu: Männerknie im Parlament von Bermuda
Die ehrenwerten Abgeordneten des Parlaments von Bermuda dürfen in Zukunft auch die traditionellen Bermuda-Shorts im Hohen Haus tragen. Einmütig stimmten Regierungspartei und Opposition am Wochenende einem
entsprechenden Vorschlag zur Änderung des Dress-Codes zu. Die ehrenwerte Premierministerin Jennifer Smith von der Progressive Labour Party stellte klar, dass männliche Abgeordnete mit dem Tragen der knielangen Hosen
die Würde des Hauses nicht verletzen. Vorausgegangen war eine längere Debatte, die in den vergangenen Wochen für weltweite Meldungen in Tageszeitungen und elektronischen Medien sorgten.
Bermuda-Shorts sind eine weltweit einzigartige Kleidung. Nirgendwo sonst auf dem Globus gehören die kurzen Hosen zum offiziellen Anzug für Geschäftsleute. Millionenschwere Bank- und Versicherungsmanager tragen die schrill bunten Beinkleider ebenso selbstbewusst wie Polizisten, Kellner und Taxifahrer. “In Frankfurt oder New York würden Sie wahrscheinlich Ärger bei einem Vorstandstreffen in Shorts bekommen, hier gehören die kurzen Hosen zum guten Ton”, sagt Richard Woolnough, seit 15 Jahren Chefeinkäufer in der Herrenabteilung von Trimingham’s.
In feinen US-amerikanischen Restaurants ist ihr Tragen verboten, während den exklusivsten Adressen in Bermuda die Shorts-Träger mehr als willkommen sind. Im Irak gelten die kurzen Hosen sogar als illegal, berichtet die Inselzeitung Royal Gazette. Die bermudianischen Sportler bei den olympischen Sommerspielen werben traditionell mit den Shorts zur Eröffnungs- und Abschlusszeremonie. Die Manager der Risk and Insurances Managament Society lassen es sich auf internationalen Konferenzen ebenfalls nicht nehmen, die Shorts als Symbol Bermudas zu zeigen.
Die Shorts sind eine Erfindung der britischen Armee. Den Soldaten war in den Kolonien - Bermuda ist die älteste - oft so heiß, dass sie ihre normalen Hosen kurzerhand auf Knielänge brachten. Die Offiziere duldeten das Verfahren und legten wenig später auch selbst Hand an ihre Hosen - Bermuda-Shorts wurden zum Standard. Heute trägt jedermann Bermuda-Shorts und verrät damit eine ganze Menge über sich selbst.
Vor allem neu nach Bermuda gekommene Geschäftsleute machen eine vorhersehbare Entwicklung durch. “Neuankömmlinge tragen erst einmal konservative dunkelgraue Shorts”, berichtet Woolnoogh, “dann entwickeln sie sich über Marineblau zu Dunkelgrün. Im zweiten Jahr trauen sie sich an ein kräftigeres Rot, um schließlich zu Gelb und Pink zu kommen.” Nur Schulkinder tragen noch Khaki, so wie einst die Soldaten. Echte Bermudianer sind von April bis November in Shorts zu sehen, wenngleich die Hosen im milden Inselklima natürlich das ganze Jahr ohne Probleme tragbar sind. Die Preise liegen um 48 Dollar je Paar, im Schlussverkauf gibt es sie so gut wie nie.
Was zeichnet Bermuda-Shorts aus? Sie werden aus ordentlichem Hosenstoff mit schwerem Saum genäht, damit sie in jeder Situation korrekt hängen. Der Rand sollte nicht mehr als neun Zentimeter über dem Knie liegen. Wirklich perfekt sind Bermuda-Shorts erst mit einem kurzärmeligen Hemd mit Oxford Kragen und Windsorknoten im dazugehörenden Binder. Darüber trägt der erfolgreiche Geschäftsmann einen Marineblazer. Die Beine werden mit langen dunkelblauen Kniestrümpfen in Halbschuhen oder Slippern bedeckt. Echte Bermuda-Shorts gibt es natürlich nur auf Bermuda zu kaufen: bei Trimingham’s, H.A. & E. Smith’s, A.S. Cooper’s und in English Sports Shop mit mehreren Läden auf der Insel.
Pressestelle Bermuda Tourism
August 2000























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