Playboy-Zocker, «Schrumpf»-Paris und Ansturm auf echte Kunst - Spielerhauptstadt Las Vegas feiert sich als Kulturmetropole

Las Vegas (ADN). Geld verlieren könnte in Zukunft zumindest für das angeblich starke Geschlecht zu einem Vergnügen werden. Der amerikanische Erotikverleger Playboy Enterprises will offenbar ins Kasinogeschäft einsteigen. Bis zu zehn Playboy Kasinos sind geplant, davon eins in der Spielerhauptstadt Las Vegas, teilte die Tourismusbehörde Las Vegas Convention and Visitors Authority (LVCVA) unter Berufung auf einen privaten Projektentwickler mit. Im Gespräch seien ein Kasino mit einem angeschlossenen 1.000-Betten-Hotel sowie Time-Share-Ferienwohnungen. Nähere Angaben zu Ausstattung und Angeboten im Playboy Kasino lagen nicht vor.

Fest steht jedoch bereits die Eröffnung des «Paris Casino Resort» im September. Der kleinere Nachbau der französischen Hauptstadt hat 760 Millionen US-Dollar (1,4 Milliarden DM) gekostet. Das 34stöckige Hotel wird 2.914 Zimmer bieten, 3.800 Mitarbeiter beschäftigen und auf 8.500 Quadratmetern Glücksspiel anbieten. Zum Rahmenprogramm gehören in geschrumpften Kopien die Champs Elysee, die Pariser Oper, der Parc Monceau und die Seine. Anziehungspunkt wird ein 50stöckiger Eiffelturm (halb so groß wie das Original) mit Feinschmecker-Restaurant und Aussichtsplattform. Das Hotel gehört zur Hilton-Kette. Erst im März hatte das 1,2 Milliarden US-Dollar teure «Venetian» Kasinohotel eröffnet.

Europa ist offenbar bei den Amerikanern im Trend, erst recht wenn es nicht nur aus Pappmache und Waschbeton abgekupfert ist. Die Galerie des «Bellagio» Hotelkasinos (benannt nach dem italienischen Kurort) muß seine Fläche wegen des großen Besucheransturms verdoppeln - 750.000 Kunstinteressenten werden in diesem Jahr erwartet. Für 7,5 Millionen US-Dollar wird auf 260 Quadratmeter ausgebaut. Statt 28 Kunstwerken sollen danach 60 präsentiert werden. Las Vegas feiert bereits den Wandel zur Kunstmetropole. Die private Sammlung von Bellagio-Besitzer Steve Wynn umfaßt Arbeiten von Degas, Giacometti, Matisse, Picasso und van Gogh. Sein Hotel hat ihn 1,7 Milliarden US-Dollar gekostet.

Nach Europa scheint der Trend Richtung Orient zu gehen. Im Frühjahr 2000 wird das 39stöckige «Aladdin Ressort & Casino» mit 2.600 Zimmern eröffnet. 10.000 Quadratmeter Kasino und 1.500 Quadratmeter Fitness- und Gesundheitstudios sind von Geschäftsführer Jack Sommer geplant. Dazu kommen 120 Läden, 21 Restaurants auf 50.000 Quadratmeter Marktplatz und natürlich eine überdimensionale Wunderlampe und der zweistöckige Palast der Märchenerzählerin Scheherazade.

Um Besucher machen sich die Bauherren gegenwärtig keine Sorgen. Im Mai nahm die Zahl wieder um 8,5 Prozent zu. Seit September vergangenen Jahres liegen die Zuwachsraten im positiven Bereich. Die Hotels waren im Mai zu 88,3 Prozent ausgelastet, der Glücksspielumsatz steig um 11,6 Prozent.

Informationen gibt es im Internet unter www.lasvegas24hours.com und auf deutsch unter www.toursundtravel.de/lasvegas.htm.

toa/clp
ADN5010 02. August 1999 11:48 Uhr

HOME / ZURÜCK
globe2
globe2
globe2
globe2
globe2
globe2
globe2
globe1
globelang
globelang
globelang
globelang
globelang
globelang
globelang
globelang
globelang
globelang
textend
globe2
globe2
globelang
globelang
globelang
globelang
globelang
globelang