«To zee Pool» - Deutscher Gründer von Air Marin macht nach Verkauf des Reiseunternehmens als Spitzenhotelier in Miami Schlagzeilen

Das National in Miami Beach

Miami Beach (ADN). Endlich mal ein Deutscher, der zu seinem Akzent steht. «To zee Pool», prangt in mächtigen Lettern unter der lebensgroßen Neonnixe im Kellerflur des «National Hotel» in Miami Beach (US-Bundesstaat Florida) und weist den Weg zum längsten Schwimmbecken der Stadt. «Der Akzent hat unserer Innenarchitektin wohl zu schaffen gemacht und da haben wir ihr die kleine Revanche erlaubt», erklärt Hotelbesitzer Hans-Joachim Krause souverän. Das ist aber auch der einzige Stilbruch, den der in Bonn lebende Gründer des Reiseveranstalters Air Marin zugelassen hat.

«The National ist hier die beste Art-Deco-Renovierung. Es setzt Standards für zukünftige Arbeiten», lobte der Denkmalpfleger der Stadtverwaltung, William Cary, und vergab an Krause den begehrten Denkmalpreis des Dade National Trust. Erst Ende 1997 ist das Hotel am Ozean mit Art-Deco-Häusern aus den 30er und 40er Jahren wiedereröffnet werden. Zuvor haben Krause und seine Frau Ursula Millionen in das heruntergekommene Gebäude gesteckt. Von fünf Millionen Dollar (neun Millionen Mark) Renovierungskosten schrieb der «Miami Herald». Krause lächelt nur und denkt heimlich an das Doppelte und neun Millionen für den Kauf. «Wir kennen Denkmalschutz aus Deutschland, aber was die hier fordern, geht noch darüber hinaus», erinnert sich der Hotelchef.

Der Einsatz hat sich zumindest für die Gäste bezahlt gemacht. 1939 wurde das elfstöckige Hotel mit 160 Zimmern von Roy Francis errichtet, die alte Pracht ist dank verstaubter Pläne aus dem Keller in jeder Ecke wiederhergestellt worden: Chromglanz, dunkles Holz, Stromlinien-Leuchter, eine klassische Bar und tiefe Clubsessel - die meisten sind Originale. «Das ist Bogart, nicht Madonna!», schwärmt Restaurantkritiker Geoffrey Tomb und spielt auf die sonst hier üblichen bunt-modernen Hotelausstattungen an. Art-Deco zieht sich auch durch alle Zimmer im Haupthaus und gipfelt im Deckenmosaik «Mädchen mit Handschuhen» und Gemälden aus der Zeit. Daneben bietet das Hotel den mit 63 Meter längsten Swimmingpool in Miami Beach.

Die Investition ist nicht ohne Risiko. «Die Resonanz ist aber exzellent», freut sich Krause. Bei 70 Prozent lag die Auslastung Ende 1997. 75 Prozent peilt Krause als Jahresdurchschnitt für 1998 an. «Die Musikgruppe U2, Regisseur Oliver Stone und Schauspieler Eddy Murphy - alle waren schon da», sagt er. Sollte es wider Erwarten Probleme im National geben, hat Krause noch einen «Sparschein» ein paar Straßen weiter. Seit 1991 besitzt er das Miami Beach Ocean Resort. Mit einer Ganzjahresauslastung von über 90 Prozent ist es das bestausgelastetste Hotel in Miami Beach. Und obwohl Krause seine Gründung Air Marin 1991 verkaufte, ist er noch an mehreren anderen Reiseunternehmen in den USA beteiligt.

«Wir haben den Abschied von Air Marin fünf Jahre nach der Gründung nicht bereut», gibt Krause heute zu und spricht von einem «knochenharten» Geschäft in der Reisebürobranche. Ein paar Monate im Jahr könne er sich heute dagegen im sonnigen Florida aufhalten, «und ich finde noch ein paar Gründe, die Zeit weiter zu verlängern». Weitere Informationen gibt es über The National, 1677 Collins Avenue, Miami Beach, FL 33139, USA, Telefon 001-305-532-2311, Fax 001-305-534-1426, Internet www.nationalhotel.com.

toa/tba
ADN5001 03. Feb 98 09:54 Uhr

Krause vor dem Eingangslogo
Krause vor dem Eingangslogo

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