Virginia-Besuch als Eintrittskarte in das Weiße Haus - Romantik von Prinzessin Pocahontas über «Indian Summer» bis zur Designerin Ashley

 

Keswick (ADN). Wer Präsident der USA werden will, sollte in
Virginia zur Welt kommen. Unter den 34 Staatslenkern kamen bislang
acht aus diesem Landstrich - der höchste Anteil aller Bundesstaaten.
Auch die Wiege von Gründervater George Washington und dem Verfasser
der Unabhängigkeitserklärung, Thomas Jefferson, stand in Virginia.
Vorteil des amerikanischen Rechts: für die US-Staatsangehörigkeit
und spätere Präsidentschaft ist nur der Geburtsort entscheidend,
selbst wenn die Eltern deutsche Touristen auf der Durchreise waren.
Im Herbst ist Virginia übrigens am romantischsten. Dann verwandelt
der «Indian Summer» die Wälder in ein leuchtendes Farbenmeer.

Ein Besuch in Jeffersons Haus Monticello ist Pflichtprogramm. Das
Gebäude ist das einzige Haus, das die Unesco mit Denkmälern wie der
chinesischen Mauer in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen hat.
500.000 Besucher kommen jedes Jahr. Jefferson war Lokalpatriot. Der
dritte Präsident nannte sein Virginia «das Eden Amerikas». Eines der
schönsten Naturschutzgebiete, der Shenandoah National Park mit 500
Kilometern Wanderwegenetz, und die Blue Ridge Mountains mit der
atemberaubenden Straße Blue Ridge Parkway liegen in dem Land. In den
grünen Hügeln haben sich wohlhabende Amerikaner eine Pferderanch
gekauft. Und seit den Tagen Jeffersons im 18. Jahrhundert baut man
in Virginia Wein an. Heute stellen 110 Güter 2,4 Millionen Flaschen
her. Ein Wein-Zentrum befindet sich um Charlottesville.

Auf der Suche nach Geschichte kommen auch Indianerfreunde auf
ihre Kosten. 19.000 Indianer leben noch in Virginia. Die bekannteste
Indianerin war die 1596 geborene Prinzessin Pocahontas. 1607 traf
sie den englischen Hauptmann John Smith, der von den Indianern
gefangengenommen und getötet werden sollte. Pocahontas hat Einspruch
erhoben und ihm so das Leben gerettet. Die beiden verloren sich
wieder aus den Augen, aber Pocahontas wurde mit einem anderen
Engländer zwangsverheiratet, reiste in die alte Welt und fand dort
ihren Smith wieder. 1617 starb sie in England. Der Stoff wurde Dank
der Zeichner von Disney vor ein paar Jahren ein Kinoerfolg.

Bei so viel Romantik darf natürlich ein passendes Hotel nicht
fehlen. Nicht weit von Monticello und Charlottesville, in Keswick,
hat der englische Lord Bernhard Ashley einen Hotel-Traum mit Plüsch,
Himmelbetten, alten Büchern und Kaminfeuer wahrgemacht. Keswick Hall
wurde 1912 als Residenz der Familie Crawford errichtet und Anfang
der 90er Jahre von Ashley übernommen. Innen setzte er den englischen
Landhaus-Stil seiner Designer-Gattin Laura durch. Es kann schon
einmal vorkommen, dass die Tür des Kleiderschranks knarrt - dann
handelt es sich eben um eines der vielen antiken Stücke im Zimmer.

Nur 48 Zimmer, ein Feinschmecker-Restaurant und einen Golfplatz
von Arnold Palmer hat Direktor Stephen Beaumont in Form zu halten.
«Wir sind extrem beliebt bei Hochzeitspaaren», sagt der gebürtige
Engländer. Mehrmals wurde das Haus unter die besten kleinen Hotels
der Welt gewählt. Wer will, kann auch für immer auf Keswick bleiben.
Auf dem 240 Hektar großen Gut entstehen 100 - nicht ganz billige -
Wohnhäuser. Einzige Einschränkung: Es darf nur im Stil des 18. und
frühen 19. Jahrhunderts gebaut werden.

In diesem Jahr übernahmen Orient-Express Hotels Keswick Hall und
schlossen es dem Marketingverbund Preferred Hotels & Resorts
Worldwide an. Informationen gibt es im Internet unter
www.preferredhotels.com oder beim Preferred Hotels & Resorts, c/o
marcon, Reifenberger Weg 14, 61389 Schmitten, Telefon: 06084-3906,
Fax: 06084-5512. Hotelreservierungen gebührenfrei unter 0130-860033.

toa/clp
ADN5001 30. August 1999 10:17 Uhr

 

 

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