

Fragen aus der Zukunft
Vor zwanzig Jahren dauerte eine Reise aus Europa in die Staaten sieben Stunden. Durch den Aufwand von achtzehn Milliarden
Dollar wurde diese Zeit auf fünfzig Minuten verkürzt. Es steht bereits fest, daß sich mittels weiterer Milliarden auch diese Flugzeit um die Hälfte verkürzen läßt. Der Gast, sterilisiert an Leib und Seele - damit er weder die asiatische
Grippe noch asiatisches Gedankengut bei uns einschleppt -, vollgestopft mit Vitaminen und Filmen aus der Konserve, wird von Stadt zu Stadt reisen können, von Kontinent zu Kontinent und von Planet zu Planet - immer sicherer und schneller,
und die Vision von einer derart phänomenalen Leistungsfähigkeit der betreuenden Instrumente soll uns den Mund stopfen, damit wir nicht mehr fragen können, wozu diese Blitzreisen gut sein sollen. Einem solchen Tempo war unser alter,
tierischer Körper nicht gewachsen, der allzu rasche Wechsel von einer Halbkugel zur anderen zerrüttet seinen Schlaf-und-Wach-Rhythmus, doch glücklicherweise wurde ein chemisches Mittel erfunden, das diese Zerrüttung beseitigt. Allerdings
zieht dieses Mittel manchmal Depressionen nach sich, aber es gibt ja andere, die die Stimmung heben. Sie lösen Krankheiten der Herzkranzgefäße aus, aber dagegen gibt es Polyäthylenröhrchen, die man in die Herzarterien einführen kann, damit
sie nicht verstopfen...
Stanislaw Lem, »Die Stimme des Herrn«
Willkommen auf dem Reiseglobus
von Olaf Amm!
“Der Du reisest, sei auf Deiner Hut”, hieß es im 18. Jahrhundert. Das gilt auch heute noch oder wieder. Wer die Gefahren des Reisens scheut und lieber am heimischen Ofen bleibt, ist hier mit Erlebisberichten aus erster Hand richtig.
König Hussein war einfach. 35 Big Macs vom nächsten Mc Donalds für fünf seiner Freunde mußte Javier Loureiro auftreiben. Kein Problem für den «besten Concierge der Welt». Länger brauchten die Schuhe, die ein Gast in
seiner New Yorker Wohnung vergaß. Nach vier Stunden war der Page mit dem Flugzeug hin- und zurück... ausführlich hier
Im selbsternannten Sonnenscheinstaat Florida wird vieles leicht genommen. Wenn aber ein Busenhalter klappert, dann wird das zum Fall für den Staatsanwalt. Wer Pech mit seinen BHs hatte, berichtet
Rechtsanwalt Chris Mancini auf seiner «Murder, Mystery and Mayhem Tour» (Mörder, Geheimnis und Chaos Tour)... ausführlich
Auf dem Tisch brodelt der Eingang zur Hölle, die Kellnerin redet nur Chinesisch und dann kommt der da noch mit dieser Spitzenidee. «Jetzt eß' ich a Schlangen!», ruft der stämmige Bayer (T-Shirt-Aufdruck: «100 Kilogramm
+ geballte Erotik») und sucht mutige Mitesser. Im Herzland der Volksrepublik China darf man sich über nichts wundern... mehr
Das Bild in der Chicago Historical Society kann nur ein Mißverständnis sein. Die Kuh blickt wahnsinnig und Frau Leary, die davor auf dem Melkschemel hockt, hat den
gleichen bösartigen Blick. Angeblich hat die Kuh am 8. Oktober 1871 die Petroleumlampe umgestoßen, was ja noch nichts schlimmes wäre. Aber als dann der Stall in Flammen stand, ging auch die Nachbarschaft und schließlich die ganze Stadt im
Rauch auf. Ein Drama, gewiß. Doch nach diesem Brand wurde Chicago für Jahrzehnte die Hauptstadt der Architekur, baute Wolkenkratzer vor New York und führt vielfach noch bis heute... ausführlich
Ein Reisebus mit Touristen ist in eine Schießerei in der Chicagoer Südstadt verwickelt worden. Polizei und Medien nahmen keine Notiz, weil jede Woche der gleiche Bus betroffen ist. Das 40 Jahre alte
Fahrzeug gehört der Firma Untouchable Tours, die selbst für die Knallerei sorgt und deshalb nur Platzpatronen verwendet. Das können die 20 Fahrgäste zum Beginn der zweistündigen Fahrt durch die Unterwelt-Geschichte der berühmtesten
Gangster-Stadt nicht ahnen... mehr
Die chinesische Medizin bewahrt Geheimnisse bis in die Kasse. Die Frage, wieviele getrocknete Tiger-Penisse zur Potenzsteigerung bei Apoheker Eu Yan Sang am
Tag abgegeben werden, mag Fremdenführer Chang nicht übersetzen. Antwort: «Schauen sie sich unsere Geburtsrate an.» Das ist beim Blick auf die volle Straße unnötig... mehr
Mark Twain nannte sie «Wiegen auf Rädern». Die Passagiere, die nach einer Reise ihre Anatomie neu ordnen mußten, hatten andere, weniger stubenreine, Wörter für die Postkutschen durch das westliche Amerika um 1860... ausführlich























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