Zu Besuch bei Herrn Chrysler, Ford und Co - Erste Ruhmeshalle für Pioniere der Autoindustrie wird am 16. August in Detroit eröffnet

Architekten-Zeichnung der Ausstellung
Detroit (ddpADN). "Wir sind die einzige Ruhmeshalle, die Pioniere und Führer der weltweiten Autoindustrie ehrt", sagt der Entwicklungsdirektor der Automotive Hall of Fame, Robert Stockton. Am 16. August dieses Jahres wird eine "echte" Ruhmeshalle aus Stahl, Glas und Beton in der Weltautohauptstadt Detroit eröffnet. Zehn Millionen Dollar (17,5 Millionen Mark) haben der rühmliche Verein und seine Industriesponsoren in das Projekt investiert. Mindestens 150.000 Besucher sollen dafür jährlich in den Vorort Dearborn kommen.
Beim Gang über die Baustelle versucht Stockton bereits, die zukünftige Ruhmeshalle und ihre Attraktionen lebendig werden zu lassen. "Bei uns dreht es sich nicht um Autoentwicklung, sondern um die Leute, die
dahinterstehen", erzählt er. Fast 140 Namen wurden seit Gründung der Ruhmeshalle in die Ehrenbücher aufgenommen. Darunter natürlich die amerikanischen Größen wie Walter Chrysler, Henry Ford und Harvey Firestone, aber auch die
Deutschen Carl Benz, Nicolaus Otto und Robert Bosch.
Noch bevor die Besucher in Zukunft ihre Tickets kaufen, können sie sich farbige Karten mit ihren Charaktereigenschaften aussuchen. Später können sie die Farben mit gleichen Karten
unter den Bildern der Automobilhelden vergleichen. Danach geht es in einen großen Kinotheatersaal, in dem die Autopioniere zumindest auf der Leinwand zum Leben erweckt werden. Hier wird erstmals ein Junge namens Andy auftreten, der im
gleichen Jahr wie das erste Auto von Carl Benz, 1886, geboren wurde. In der späteren Ausstellung werden lebendige (Schauspieler-)Andys die Besucher begleiten.
Eingeleitet wird der Rundgang von einem großen Phantasievehikel, in dem
sich frühe Überlegungen von Erfindern beispielsweise von Leonardo da Vinci wiederfinden. Um die nächste Ecke steht man in einer Pariser Straße kurz vor der Jahrhundertwende, wo der Benz für eine Ausstellung angekündigt wird. Später kommen
die Besucher in Ransom Olds Werkstatt, wo das Konzept der Massenproduktion geboren wurde. Sie sehen einen Konferenzraum aus dem Detroiter Ponchartrain Hotel, wo die Formation von General Motors eingeleitet wurde.
Doch nicht nur auf
stures Ansehen sollten sich Interessenten gefaßt machen. In einem verworrenen Laboratorium können die Rundgänger ihr Wissen mit der Erfinderfigur Charles Kettering messen, der den Selbststarter erfand. In einem anderen Bereich ist Arbeiten
in völliger Dunkelheit angesagt - immerhin war der rühmliche Ralph Teetor blind und hat trotzdem den Tempomaten für das Auto entwickelt.
Den Abschluß bildet die "Automotive Career Information Station", die
Karriere-Station. Über Computer finden die Besucher, so sie denn möchten, ihren ganz persönlichen Weg in einen Automobilberuf für ihre Fähigkeiten. "Bei unserem Spiel wird natürlich jeder eingestellt", versichert Stockton. Wer es
ernster meint, bekommt Informationsmaterial mit nach Hause.
Über Besuchermangel machen sich die Väter der Ruhmeshalle keine Sorge. Hinter dem Zaun beginnt bereits das Ford Museum und Greenfield Village - das größte Freiluftmuseum
der Erde. Hier werden beispielsweise die Laboratorien von Edison, der Fahrradladen der Luftpioniere Wright und amerikanische Häuser der vergangenen Jahrhunderte präsentiert. Im Ford Museum erfährt man alles über das Auto und seinen Einfluß
auf die Gesellschaft.
toa/clp
141013 Juli 1997
dan089 3 vm 446 vvvvt ddp/ADN5001 sdt

Fords erste Fabrik steht nur ein
paar Gehminuten von der Hall
of Fame entfernt.






















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