Für deutsche Urlauber, die keine deutschen Urlauber sehen wollen - Die Denihans bieten `New Yorker's New York" abseits der Hotelbunker

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Beekmans Restaurant

New York (ddpADN). Nichts hassen deutsche Urlauber im Ausland so sehr wie andere deutsche Urlauber. Wenn die Bundesbürger wirklich das reisefreudigste Volk auf dem Erdball sind, werden sich häufige Begegnungen aber kaum ausschließen lassen. Am Grand Canyon wird deutsch gesprochen, in Las Vegas bedienen deutschstämmige Kellnerinnen, der Hamburger Juwelier Wempe hat an New Yorks Fifth Avenue eine Filiale eröffnet - für Deutschlandflüchtlinge wird es eng. Die New Yorker Kette Manhattan East Suite Hotels hat sich eine Alternative einfallen lassen. "The New Yorker's New York" - New York, wie es die Einheimischen erleben, will man verkaufen.

Zuerst liegt für jeden Gast ein Insider-Führer im Zimmer, der die kleinen Geheimnisse der New Yorker erklärt. Damit ist das Überleben im hektischen Big Apple leichter. Erklärt wird, daß das Zeichen "Don't Walk" (unser rotes Ampelmännchen) zehn Mal blinkt, bevor die Autos grün bekommen. Falls es regnen sollte, werden die wichtigsten öffentlichen Untergrundwege genannt. Für ein symbolisches Nickerchen in der Stadt, die niemals schläft, stehen die "versteckten Oasen" auf fünf Seiten. Und wenn die Natur ruft, empfielt sich ein Blick auf die Rubrik "Public Restrooms", wo auf einer Seite sichere öffentliche Toiletten aufgelistet sind. Dazu kommen Serviceangebote und wichtige Telefonnummern von "Polizei" bis "Dow Jones Report".

"Ein richtiger New Yorker wohnt nicht in einem kleinen Raum in einem großem, lauten Hotel. Er wohnt in einem Appartement in schöner Umgebung", sagt Brook D. Barret, Gesellschafter der Hotelkette und Mitglied der Denihan-Familie, der die Gruppe gehört. New Yorker haben den Deli - eine Art Tante-Emma-Laden - vor der Haustür, nutzen Mikrowelle und Geschirrspüler. Zufällig besitzen Frau Barret und ihre Familie gerade neun Häuser, die genau diese Bedingungen erfüllen. Weniger zufällig sind die Gebäude insgesamt mit 1.900 Appartements und Suiten ausgestattet und haben Manhattan East Suite zur größten All-Suiten-Gruppe der Metropole gemacht.

Die Häuser liegen in den ruhigen Wohngebieten der Stadt und sind ein paar Minuten Fußweg von den wichtigsten Attraktionen entfernt. Das schönste und nicht einmal das teuerste Hotel der Gruppe steht direkt neben dem UNO-Hauptquartier - der "Beekman Tower". 1928 wurde das 26stöckige Hochhaus von der Feministin Emily Eaton Hepburn im Art-Deco-Stil für weibliche Studenten gebaut. Acht Dollar kosteten die Zimmer pro Woche, aber das ist lange her. Das Haus wurde 1990 für 1,6 Millionen Dollar renoviert. Schlafzimmer, Wohnzimmer, Eßraum, Küche und Bad kosten heute zusammen ab 125 Dollar - pro Tag.

Die Denihans haben das Prachtstück mit seiner originalen Lobby 1963 gekauft. Sehr zum Ärger der Sowjetunion, die den Wolkenkratzer neben der UNO eigentlich zu ihrer neuen Botschaft machen wollte. Dem einen oder anderen Politiker wird man im "Beekman Tower" trotzdem begegnen, wenn auch nicht gerade Botschaftern. In einem Punkt weicht das Hotel aber vom Konzept "The New Yorker's New York" ab: die meisten Einheimischen haben aus ihren Wohnungen nur einen Blick auf den nächstliegenden Wolkenkratzer. Vom "Beekman Tower" aus breitet sich dagegen eine ganze Skyline aus. Deutsche Touristen sind hier noch nicht aufgefallen, vielleicht werden sie bei dieser Umgebung ja tatsächlich richtige New Yorker.

Adresse: Manhattan East Suite Hotels, Sales Office 500 West 37th Street New York, NY 10018-1103, USA Telefon (212)465-3600 Fax (212)465-3663.

toa/tba
261000 Juni 1995
dan098 3 vm 453 vvvvt ddp/ADN5001 sdt

20er Jahre
Beekman Tower in
den 20er Jahren

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